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Künstlerhaus 2016

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UEBER: MACHT


Künstlerhaus, Obergeschoß

26. November 2015 bis 7. Februar 2016


Gender? Prekär? Macht nichts?

Ein Programm zur künstlerischen Realität zwischen Ohnmacht und (Selbst)Ermächtigung


Der dritte und letzte Teil des Schwerpunktthemas BRENNENDE FRAGEN vereint Einzel-
und Gruppenpositionen, Installationen, Performances, Vorträge und Talks zu einem Cluster machtkritischer Diskurse. Dabei werden sowohl Fragen nach den zunehmend prekären Arbeits- und Lebensbedingungen von bildenden KünstlerInnen aufgeworfen und von den in der Ausstellung mehrheitlich vertretenen weiblichen Kunstschaffenden pointiert visualisiert, als auch Untersuchungen der Machtverhältnisse auf globale Phänomene wie Gewalt, Krieg und daraus resultierendes menschliches Leid ausgeweitet.



Und die Rechnung geht an Martin K.

Die übermächtige Krisenberichterstattung zwischen Griechen-Exit und Flüchtlings-Entry, Klimaerwärmung und Konjunkturabkühlung wirft zentrale Fragen für uns alle auf:
Wie gehen wir mit den großen globalen Umwälzung unseres Wirtschaftssystems um?
Gerade KünstlerInnen können diesen Spannungsbogen bestens thematisieren, müssen sie doch selbst schon lange im Kleinen mit den prekären sozio-ökonomischen Verhältnissen einer Gesellschaft zurechtkommen, die zwischen Postsozialismus und Postkapitalismus hin und herpendelt.
„Jeder Künstler ist ein Mensch“, lautete nicht umsonst die lakonische Antwort Martin Kippenbergers auf Joseph Beuys seinerzeitige Ansage „Jeder Mensch ist ein Künstler“.
KünstlerInnen: Alfredo Barsuglia, Thomas Draschan, Marianne Lang, Karin Maria Pfeifer, Christiane Spatt, Sula Zimmerberger




Ilse Hirschmann, Karin Hannak - Global Curls for Egyptian Girls - work in progress

Ilse Hirschmann, die Initiatorin, und Karin Hannak, die wesentlich für das Konzept der schon 2014 in Kairo gezeigten „Global Curls for Egyptian Girls“ verantwortlich ist, haben das Projekt, das sich für die Rechte der Frauen einsetzt, weiterentwickelt. Mit ihren Haaren, die ein Symbol für Kraft sind, unterstützen Frauen und Männer aus der ganzen Welt die Forderung unterdrückter Frauen nach fairen und demokratischen Bedingungen. Bitte unterstützen auch Sie dieses Projekt! www.capilloart.at




Ina Loitzl - Kunstboxen

Eine Installation zur Situation des KünstlerInnendaseins

Mit der ihr eigenen Mischung aus Humor und manchmal brutaler Realitätsnähe schickt Ina Loitzl die Kunstfigur Artist A in den Ring … kämpft sich darin Runde um Runde weiter, als Figur „pars pro toto“ für diese Berufsgruppe: gegen ihre eigene Motivation, ihre Rolle als weibliche Künstlerin, mit und gegen die Konkurrenz der Kollegenschaft, als kleiner Teil im unüberschaubaren Kunstmarkt. Mit im Ring: die prominenten Gegner des globalen Kunstbusiness.




Mehrdad Sadri - Trotzdem

Die Arbeit "Trotzdem" von Mehrdad Sadri ist als Mahnmal in Form einer Installation allen Opfern politischer Verfolgung gewidmet, die ihr Leben durch die Todesstrafe verloren haben. Sie verleiht der Geisel der Grausamkeit eine Stimme, die nach Außen schweigt und nach Innen anklagt. Die Ermordeten entlarven direkt wie indirekt den Apparat einer unmenschlichen Politik, ihr Toten benannt, namenlos und unzählig! "Trotzdem" widersteht dem Vergessen der Vergessenen, im Gedenken der Angehörigen und Wartenden.




Lena Knilli - Zu Tisch!

Lena Knillis partizipative Installation beschäftigt sich mit Themen, die sich der Künstlerin zwingend „auftischen“ und die so essentiell sind, wie das tägliche Brot: Hunger, Flucht, Verlust, Tod, Geburt, Hoffnung, Gespräch, Hilfe, Ankommen …

An dem gedeckten Tisch werden zu einem vereinbarten Termin sechs geladene Personen gemeinsam essen und ein Tischgespräch führen. Die Tischgäste „qualifizieren“ sich durch ihre biographischen und professionellen Erfahrungen. Das Gespräch wird in Bild und Ton dokumentiert und ist in Folge Teil der Präsentation. "Zu Tisch!" ist ein work in progress. Es verbindet verschiedene Ausstellungs- bzw. Handlungsorte miteinander, indem jeweils die Dokumentation des vorangegangenen Tischgesprächs an dem aktuellen Ausstellungsort zu sehen ist, bis ein neues Gespräch hinzukommt.

Kuratorin: Maria Christine Holter

Ebenfalls im Rahmen von "Brennende Fragen. UEBER: MACHT":
Die 4 Grazien

Markieren

Passagegalerie

Eröffnung: 12. November, 20:00 Uhr


Was bedeutet das so männlich dominierte und konnotierte Verb „markieren“? Neben der wohl geläufigsten Verwendung um territoriale Abgrenzung, Inbesitznahme, Einverleibung und Verteidigung eines Reviers zu kennzeichnen, gibt es eine weitere Definition, nämlich die des Vortäuschens und Simulierens. Beides wird in der Serie „Markieren“ (Foto- und Videoarbeiten) thematisiert. Zum einen müssen die vier Grazien ihr Territorium künstlerisch wie auch genderpolitisch verteidigen. Zum anderen ist das Leitmotiv der Arbeiten die Täuschung an sich, das Spiel mit der Geschlechtlichkeit sowie das Simulieren männlich stigmatisierter Verhaltensmuster.

Die 4 Grazien:
Petra Gell, Mela Kaltenegger, Susanna Schwarz und G. Maria Wetter


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FREIES KINO

DAS CO2 WUNDER und der Techniker Roland Stagl

Stadtkino im Künstlerhaus

1. Dezember 2015, 19:00 Uhr


Dokumentarfilm von Hubert Sielecki

In Anwesenheit des Erfinders Roland Stagl und des Filmemachers

Begrüßung: Kurt Brazda


Gasförmiges Kohlendioxyd wird unter einem Druck von 70 bar flüssig. Dieses flüssige CO2 hat physikalische Eigenschaften, die noch wenig erforscht sind. Unter anderem dehnt es sich in einem Temperaturbereich von 20 bis 60 °C um das Mehrfache seines Volumens aus.

Wohlgemerkt als Flüssigkeit - und Flüssigkeit ist nicht komprimierbar, daher kann sie mittels geringer Wärme hohen Druck und damit eine ungeheure Kraft entfalten. Dies geschieht lautlos, ohne Verbrennung und ohne Abgase.

Nach fünf Jahren intensiver Entwicklungsarbeit für ein Aggregat zur Stromgewinnung hat Roland Stagl dieses nun seit März 2014 in ein neues, modernes Auto eingebaut und es mit großer technischer Fertigkeit und Ausdauer von einem Öl-Mobil zu einem E-Mobil verändert.

Seit April 2014 dokumentierte Hubert Sielecki die Stufen dieses Umbaus und in Interviews mit Roland Stagl kommen hoffnungsvolle Gedanken und ein unbeugsamer Wille zum Vorschein, trotz Widerstand und Unverständnis zuständiger Förderstellen oder möglicher Förderer.

„Was nicht sein kann, das darf auch nicht sein“.

Am Ende dieses dokumentarischen Films fährt Roland Stagl mit diesem halbfertigen Prototyp bei laufender Kamera durch Wien.

Dieser Film ist noch eine Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Ist-Zustandes, er stellt Fragen, er begeistert oder frustriert. Bis hoffentlich zu dem erhofften Erfolg dieser Idee wird noch weiter am Film gearbeitet.

Wie lange kann man einem Erfinder zusehen, wie er für eine Vision alle seine Kräfte, sein Vermögen investiert um das Leben auf dieser Welt zu verbessern und zur Erhaltung der Natur beizutragen.

Seine Arbeit gleicht der eines Künstlers, zwar mit anderer Technik, aber inhaltlich und persönlich bewusstmachend, ruhelos. Ein selbstloser, noch wenig verstandener Visionär für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten. Jeder weiß, dass es mit der Mobilität durch Verbrennung wie bisher nicht weitergeht, Alternativen werden weltweit gesucht, aber dann trotzdem nicht akzeptiert.

Hubert Sielecki, November 2015


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„Der Weg zum CO2 Wunder“,
ein Text von Roland Stagl
 
mit einem Zitat aus
„Die Naturlehere …“
von Prof. Andreas von Baumgartner

>> PDF öffnen

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